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Stickschule

Verschiedene Stiche und Sticharten

Hier erhältst du einen einfachen Überblick über gängige Stiche und Sticharten beim Sticken. Die Anleitung hilft dir zu verstehen, was verschiedene Techniken bedeuten, wenn du eine Stickerei auswählst oder einem Muster folgst.

Tipp! Alle Stickereien enthalten Muster und Beschreibung. Im Produkttext kannst du oft sehen, welcher Stoff, welche Feinheit und welche Stichart verwendet werden. Die häufigste Stichart ist der gezählte Kreuzstich.
Kreuzstich ist am häufigsten Passt zu vielen Motiveen und ist eine gute Stichart sowohl für Anfänger als auch für geübte Stickerinnen.
Konturen bringen Leben Rückstich, Steppstich und Stielstich werden oft für Linien und Details verwendet.
Details machen den Unterschied Französische Knoten und Schlingenstiche können kleine Blumen, Punkte und schöne Effekte erzeugen.

Gängige Sticharten und Stiche

Ein schneller Überblick über Techniken, die häufig in Stickereien vorkommen.

Kreuzstich in der Stickerei

Kreuzstich

Der häufigste Stich. Der Stich wird in zwei Schritten gestickt und bildet auf der Vorderseite ein Kreuz.

Plattstich in der Stickerei

Plattstich

Ein deckender Stich, der einseitig oder beidseitig gestickt werden kann und für gefüllte Flächen verwendet wird.

Doppelter Rückstich in der Stickerei

Doppelter Rückstich

Wird zu dir hin gestickt: zwei Schritte vorwärts und ein Schritt zurück, mit dichten Stichen nebeneinander.

Langettenstich als Kantenstich

Langettenstich

Wird häufig für Kanten, Knopflöcher und zum Befestigen von Applikationen verwendet.

Kettenstich in der Stickerei

Kettenstich

Besteht aus kleinen Schlingen, die auf der Vorderseite eine Kette bilden. Schön für Linien und dekorative Formen.

Stielstich in der Stickerei

Stielstich

Schräge Stiche, die häufig für Konturen, Stiele und weiche Linien verwendet werden.

Rückstich und Steppstich in der Stickerei

Rückstich / Steppstich

Ein gleichlanger Stich, der für Konturen und kleine Details verwendet wird. Wird oft zuletzt gestickt.

Schattierstich in der Stickerei

Schattierstich

Besteht aus unterschiedlich langen Stichen, die mehr oder weniger dicht gesetzt werden und oft für größere Flächen verwendet werden.

Französische Knoten in der Stickerei

Französische Knoten

Kleine dekorative Knoten, die einzeln oder in Gruppen gestickt werden können, zum Beispiel als Punkte oder Blumendetails.

Mille fleurs und Schlingenstich in der Stickerei

Mille fleurs / Schlingenstich

Wird häufig für kleine Blätter und feine Details verwendet, bei denen eine kleine Schlinge mit einem Stich fixiert wird.

Stickstiche lernen

Hier gehen wir gängige Stickstiche Schritt für Schritt durch. Beginne gern mit Kreuzstich, Rückstich und Langstich und mache dann mit dekorativen Stichen wie Kettenstich, Stielstich, Plattstich und französischen Knoten weiter.

Tipp! Beginne mit einem kurzen Faden, etwa 40–50 cm. Ziehe die Stiche nicht zu fest und übe gern auf einem Stoffrest, bevor du direkt auf deinem Projekt stickst.

Kreuzstich

Kreuzstich ist einer der häufigsten Stiche in der Stickerei. Jeder Stich bildet ein kleines Kreuz und wird oft verwendet, um das Motive Kästchen für Kästchen aufzubauen.

  1. Schneide ein Stück Stickgarn ab, etwa 40–50 cm.
  2. Teile das Garn bei Bedarf. Für Kreuzstich werden oft 2–3 Fäden verwendet.
  3. Fädle die Nadel ein und beginne auf der Rückseite des Stoffes.
  4. Führe die Nadel diagonal über ein Kästchen, sodass ein halber Kreuzstich entsteht.
  5. Stich die Nadel in der nächsten Ecke nach oben und nähe diagonal in die andere Richtung zurück.
  6. Jetzt hast du ein Kreuz gebildet.
  7. Fahre auf die gleiche Weise gemäß dem Muster fort.
Tipp! Versuche, alle oberen Stiche in dieselbe Richtung laufen zu lassen. So wirkt die Stickerei gleichmäßiger und schöner.
  • Motive
  • Gezählte Muster
  • Anfänger-Stickerei

Rückstich

Rückstich, auch Backstitch genannt, wird häufig für Konturen, Linien und kleine Details verwendet. Der Stich macht das Motive deutlicher und wird oft gestickt, wenn die größeren Flächen fertig sind.

  1. Führe die Nadel von der Rückseite zur Vorderseite, wo die Linie beginnen soll.
  2. Stich die Nadel ein kleines Stück weiter entlang der Linie nach unten.
  3. Führe die Nadel ein Stück vor dem ersten Stich wieder nach oben.
  4. Stich die Nadel zurück in das Ende des vorherigen Stichs.
  5. Ziehe das Garn vorsichtig hindurch, sodass der Stich flach liegt.
  6. Fahre auf die gleiche Weise entlang der Kontur fort.
  7. Versuche, die Stiche gleichmäßig und gleich lang zu halten.
Tipp! Rückstiche werden am schönsten, wenn die Stiche ohne Lücken dicht beieinander liegen. Ziehe nicht zu fest, sonst kann sich der Stoff zusammenziehen.
  • Konturen
  • Details
  • Linien

Langstich

Langstiche werden verwendet, um Flächen zu füllen und ein weiches, deckendes Ergebnis zu schaffen. Die Stiche können je nach Motive und gewünschtem Effekt unterschiedlich lang sein.

  1. Führe die Nadel an einer Kante des Bereichs von der Rückseite zur Vorderseite.
  2. Stich die Nadel an der gegenüberliegenden Kante des Bereichs nach unten.
  3. Ziehe das Garn vorsichtig hindurch, sodass der Stich glatt liegt.
  4. Führe die Nadel neben dem ersten Stich wieder nach oben.
  5. Nähe den nächsten Stich parallel zum ersten.
  6. Fahre fort, bis die Fläche gefüllt ist.
  7. Setze die Stiche dicht, aber vermeide es, zu fest zu ziehen.
Tipp! Bei größeren Flächen kann es schön sein, die Stichlänge etwas zu variieren, um ein weicheres und lebendigeres Ergebnis zu erhalten.
  • Gefüllte Flächen
  • Blätter
  • Weiche Übergänge

Kettenstich

Kettenstich wird zum Sticken von Linien, Konturen, Buchstaben und dekorativen Details verwendet. Der Stich sieht aus wie kleine Schlingen, die zu einer Kette verbunden sind.

  1. Führe die Nadel von der Rückseite zur Vorderseite des Stoffes, wo die Kette beginnen soll.
  2. Stich die Nadel wieder in dasselbe Loch, aus dem sie herauskam, aber ziehe das Garn nicht ganz hindurch.
  3. Lass das Garn als kleine Schlinge auf der Vorderseite des Stoffes liegen.
  4. Stich die Nadel ein kleines Stück vor dem Startpunkt innerhalb der Schlinge nach oben.
  5. Ziehe das Garn vorsichtig hindurch, bis die Schlinge am Stoff anliegt.
  6. Stich die Nadel wieder in dasselbe Loch, aus dem sie herauskam, und lass das Garn eine neue Schlinge bilden.
  7. Wiederhole den Vorgang, bis die Kette die gewünschte Länge hat.
So beendest du den Kettenstich Stich die Nadel direkt außerhalb der letzten Schlinge nach unten, ziehe das Garn hindurch und vernähe den Faden auf der Rückseite. So sitzt die letzte Schlinge fest.
  • Konturen
  • Buchstaben
  • Dekorative Linien

Stielstich

Stielstich wird häufig zum Sticken von Stielen, Konturen, Buchstaben und weich geschwungenen Linien verwendet. Die Stiche liegen dicht nebeneinander und bilden eine gleichmäßige, gedrehte Linie.

  1. Führe die Nadel von der Rückseite zur Vorderseite, wo die Linie beginnen soll.
  2. Stich die Nadel ein kurzes Stück vor der Stelle nach unten, an der sie herauskam.
  3. Stich die Nadel auf halbem Weg zurück im ersten Stich wieder nach oben.
  4. Ziehe das Garn vorsichtig hindurch und lass es die ganze Zeit auf derselben Seite der Stiche liegen.
  5. Stich die Nadel ein Stück vor dem vorherigen Stich nach unten.
  6. Führe die Nadel in der Mitte des neuesten Stichs nach oben.
  7. Wiederhole den Vorgang, bis die Linie die gewünschte Länge hat.
Tipp! Versuche, die Stiche ungefähr gleich lang zu halten, und lass die Nadel neben dem Garn herauskommen, nicht durch das Garn.
  • Stiele
  • Konturen
  • Weiche Linien

Plattstich

Plattstich wird verwendet, um kleinere Flächen mit dichten Stichen zu füllen. Die Stiche liegen dicht nebeneinander und erzeugen eine glatte, deckende Fläche.

  1. Zeichne gern eine einfache Form auf den Stoff, zum Beispiel ein Blatt oder ein Oval.
  2. Führe die Nadel an einer Kante der Form von der Rückseite zur Vorderseite.
  3. Stich die Nadel an der gegenüberliegenden Kante der Form nach unten.
  4. Führe die Nadel direkt neben der Stelle nach oben, an der du den ersten Stich begonnen hast.
  5. Stich die Nadel direkt neben dem ersten Stich auf der gegenüberliegenden Seite nach unten.
  6. Wiederhole den Vorgang, bis die ganze Form gefüllt ist.
  7. Versuche, alle Stiche in derselben Richtung zu halten, damit die Fläche gleichmäßig wird.
Tipp! Wenn die Form gefüllt ist, sollte der Stoff darunter kaum sichtbar sein. Setze die Stiche dicht, aber ziehe nicht zu fest.
  • Blätter
  • Blütenblätter
  • Herzen
  • Buchstaben

Französische Knoten

Französische Knoten werden verwendet, um kleine erhabene Details in Stickereien zu gestalten. Sie sind klein, können einem Motive aber viel Leben und Struktur geben.

  1. Führe die Nadel von der Rückseite zur Vorderseite, wo der Knoten sitzen soll.
  2. Halte das Garn mit der Hand, die nicht die Nadel hält, leicht gespannt.
  3. Wickle das Garn zweimal um die Nadel.
  4. Stich die Nadel sehr nah an der Stelle nach unten, an der sie herauskam, aber nicht genau in dasselbe Loch.
  5. Halte den gewickelten Faden vorsichtig fest, während du beginnst, die Nadel durch den Stoff zu ziehen.
  6. Ziehe Nadel und Garn langsam zur Rückseite hindurch.
  7. Ziehe, bis der Knoten fest am Stoff liegt, ohne zu fest zu ziehen.
Tipp! Wenn die Knoten unterschiedlich groß werden, liegt das oft daran, wie oft du den Faden um die Nadel wickelst und wie fest du ziehst.
  • Blütenknospen
  • Blütenmitten
  • Augen
  • Beeren
  • Dekorative Details

So wählst du die richtige Stichart

Verschiedene Sticharten erzeugen unterschiedliche Ausdrucksweisen. Hier ist eine einfache Hilfe, wenn du Stickereien vergleichst.

Für klare Motivee

Wähle Stickereien mit Kreuzstich, wenn du ein klares, rasterbasiertes Motive möchtest, dem man leicht folgen kann.

Für weiche Flächen

Plattstich und Schattierstich passen gut, wenn das Motive gefüllte Flächen, Schattierungen oder weichere Übergänge hat.

Für feine Details

Rückstich, Stielstich, französische Knoten und Schlingenstich sorgen für Konturen, Blumendetails und kleine Effekte.

Häufige Fragen

Antworten auf Fragen, die viele beim Vergleichen von Stichen und Sticharten haben.

Welche Stichart ist am häufigsten?
Gezählter Kreuzstich ist bei vielen Stickereien die häufigste Stichart. Er ist deutlich, leicht zu verfolgen und passt zu vielen Motiveen.
Was ist der Unterschied zwischen Kreuzstich und Rückstich?
Kreuzstich bildet kleine Kreuze und baut das eigentliche Motive auf. Rückstich wird häufig für Konturen, Linien und Details verwendet.
Kann ich dasselbe Garn wie für Kreuzstich verwenden?
Ja, normales Stickgarn eignet sich gut für die meisten Stickstiche. Passe die Anzahl der Fäden daran an, wie dicht oder kräftig der Ausdruck sein soll.
Wann wird Kettenstich verwendet?
Kettenstich wird häufig für Konturen, Buchstaben und dekorative Linien verwendet.
Was ist der Unterschied zwischen Stielstich und Rückstich?
Rückstich bildet eine geradere Linie, während Stielstich eine weichere und fließendere Linie ergibt.
Wann wird Plattstich verwendet?
Plattstich wird verwendet, um kleinere Flächen mit dichten Stichen zu füllen, zum Beispiel Blätter, Blütenblätter, Herzen und Buchstaben.
Was sind französische Knoten?
Französische Knoten sind kleine dekorative Knoten, die als Punkte, Blumendetails oder Struktur in einer Stickerei verwendet werden können.
Muss ich alle Stiche können, bevor ich beginne?
Nein. Beginne gern mit Kreuzstich und Rückstich. Weitere Stiche lernst du nach und nach, wenn du verschiedene Stickereien ausprobierst.
Warum zieht sich der Stoff beim Sticken zusammen?
Das liegt oft daran, dass die Stiche zu fest angezogen werden. Versuche, das Garn nur leicht gespannt zu halten, sodass die Stiche schön liegen, ohne dass der Stoff Falten wirft.

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